
100 Jahre leidenschaftliche Kaninchenzucht
Wenn man die alten, vergilbten Protokollbücher des Kaninchenzuchtvereins F122 „Edle Rasse“ Springe aufschlägt, beginnt eine Zeitreise durch ein Jahrhundert lokaler Geschichte.
Was 1926 als Notwendigkeit zur Selbstversorgung begann, entwickelte sich zu einer Gemeinschaft, die das Springer Stadtbild über Jahrzehnte prägte.
Die frühen Jahre und der Neuanfang (1926–1947)
Die Geburtsstunde des Vereins schlug im Jahr 1926, als neun Pioniere die Gemeinschaft ins Leben riefen. Während die Namen der ersten Jahre heute nicht mehr vollständig dokumentiert sind, finden sich ab 1932 klare Spuren: H. Ubert übernahm den Vorsitz, gefolgt von Wegener(1934) und Wilhelm Hüper(1935–1942)
Nach kriegsbedingtem Stillstand beschlossen am 9. März 1947 im Ratskeller in Springe
16 Mitglieder unter August Reinholzden offiziellen Neubeginn.
Nachwuchs und Frauenpower: Die Gruppen des F122
Die Nachkriegsjahre waren geprägt von Wachstum. Am 1. Januar 1952 wurde die Jugendgruppege gründet, um die nächste Generation zu begeistern.
Ein weiterer Meilenstein war der 17. Mai 1970, die Gründung einer Frauengruppe. Cecilie Schalk leitete die Sparte bis 1997. Nach ihr übernahm Marlies Lüdtke die Leitung und führte diese Sparte bis zur Abmeldung im Jahr 2022. Es wurden Erzeugnisse in Fell-Wolle und auch in Kunstarbeiten wie Wandbildern, Jacken und Mänteln aus Kaninchenfellen, Angorawolle und Bastelarbeiten rund um die Kaninchenzucht gezeigt. Während dieser Zeit konnten sie an den unterschiedlichen Wettbewerben teilnehmen und lagen mit ihren Exponaten immer auf den vorderen Plätzen. Neben Kreismeistern, Landesmeister und als Krönung auch Bundesmeistertitel konnten unter ihrer Leitung nach Hause gebracht werden.

Marlies Lüdke - mehrmalige Landes- und Buindessiegerin
Die Ära Erich Schalk: Ein Heim und ein Weltexport
Stolze 25 Jahre (1964–1989) leitete Erich Schalk den Verein. In seine Amtszeit fiel der Bau des heutigen Springers Kulturheims – ein Gemeinschaftswerk des Spielmanns- und Hörner Corps, des Geflügelzuchtvereins Springe, des Kaninchenzuchtvereins 5D5 und des Kaninchenzuchtvereins F 122 Springe.
Wie hoch die Qualität der Springer Tiere damals geschätzt wurde, zeigte sich Ende der 70er Jahre, als eine chinesische Delegationnach Springe reiste, um bei Schalk Zuchttiere für den Aufbau einer Angora Zucht in Fernost zu erwerben.

prägte maßgeblich den Verein - Erich Schalk
In den Anfangsjahren standen an seiner Seite Männer, die wir heute „eingeschworene Züchter“ nennen würden wie:
Hier ein Auszug ohne Garantie auf Vollständigkeit:
Reinhold Böhm, Kurt Eggert, Ernst Fentros, Willi Fricke, Wilhelm Henßen, Heinz Hungerland, Paul Majewski, Julius Milnickel, Günther Möws, Fritz Musall, Fritz Ostermann, Georg Pohl, Gerd Prawda, August Reinholz, Hermann Strecker, Fritz Violeund Ernst Waschulewskisowie viele andere.
Sie alle haben dem Verein ihr Gesicht gegeben. Nicht zu vergessen die bessere Hälfte
Cilli Schalk, die die schriftlichen Geschicke des Vereins über 20 Jahre geleitet hat.
Geselligkeit und grenzenlose Freundschaft
Ob beim Schützenfest, wo der F122 einmal den Wanderpokal „Heinrich“gewann, oder bei der Kegelgruppe, die 1996 sogar nach Kreta reiste – die Gemeinschaft stand immer an erster Stelle. Musikalisch wurde es 1993 mit der Gründung der Shanty-Gruppe unter. Ein besonders bewegendes Kapitel ist die seit 1990 bestehende Partnerschaft mit dem Verein G89 aus Genthin(Sachsen-Anhalt), aus der tiefe Züchterfreundschaften bestanden.
Ein Jahrhundert Kontinuität
Seit 1990 führt Reinhard Lehling(mit kurzer Unterbrechung durch Axel Möller) den Verein. Unterstützt wird er von einem treuen Team wie Kassiererin Helga Skerschil(seit 1993) und Bossa Lehling. Auch wenn die Mitgliederzahl heute wieder der des Gründungsjahres entspricht, bleibt der Stolz auf 100 Jahre voller Herzblut und echter Kameradschaft ungebroche.


Zur Wahl standen 10 Kaninchenrassen/-farbenschläge, 10 Wochen hatten die Züchter die Möglichkeit, für ihren Favoriten abzustimmen.
Gewinner sind die Klein-Rexe gepardfarbig schwarz-gelb-weiß (17,0%), gefolgt von den Kleinschecken schwarz-weiß (19,0%) und den Sallander (12,3%).
Der ZDRK bedankt sich für eure Beteiligung.

Kurzporträt der Siegerrasse
Die Klein-Rexe gepardfarbig schwarz-gelb-weiß zählen zu den Kurzhaarrassen.
Ihr Idealgewicht liegt zwischen 2,00 und 2,50 kg.
Die Körperform der Klein-Rexe ist etwas gedrungen, Vorder- und Hinterpartie zeigen eine gleichmäßige Breite und sind gut abgerundet. Bei der Bewertung wird berücksichtigt, dass die einzelnen Merkmale der Körperform stärker in Erscheinung treten als bei den normalhaarigen Kleinrassen.
Der Kopf wirkt etwas länglich, jedoch sind die Stirn und die Schnauze breit und runden mit kräftigen Backen den Klein-Rextyp ab. Die Ohren haben eine ideale Länge von 8 bis 9 cm.
Das Rexfell ist besonders dicht und hat eine Länge von etwa 16 bis 20 mm. Streicht man mit der Hand gegen den Strich durch das Fell, so bleiben die Haare fast senkrecht stehen und gehen langsam in die Ausgangslage zurück. Die Grannenhaare sind im Gegensatz zu den normalhaarigen Kleinrassen kürzer und dürfen höchstens 1 mm aus dem Wollflaum überstehen.
Der Kopf sollte vorwiegend mit der Zeichnungsfarbe bedeckt sein und ein weißer Fleck auf der Stirn ist wünschenswert, muss aber nicht zwingend vorhanden sein. Die Kinnbackeneinfassung und die Unterlippe sind weiß. Die „Mantelzeichnung“ bedeckt den Rumpf des Kaninchens. Im Genick dürfen ein paar weiße Punkte auftreten und auch auf der Brust sind bis zu drei farbige Flecken erlaubt.
Die Klein-Rexe gepardfarbig schwarz-gelb-weiß bestechen durch ihre „gepardenartigen“ schwarzen Punkte und Striche an Kopf, Ohr und dem Rumpf. Darunter ist die Grundfarbe gelb. Das farbliche Gesamtbild soll möglichst aufgelockert und bunt sein, dennoch dürfen die Punkte und Striche miteinander verbunden sein.
Das Farbspiel setzt sich zusammen aus der weißen Grundfarbe mit der gelben Mantelzeichnung und den gut erkennbaren schwarzen Punkten und Strichen. Die Intensität der gelben Farbe darf abweichen und kann somit mitunter intensiv gelb oder cremegelb sein. Leichte weiße Flecken in den Farbbereichen führen zu Punktabzug. Die Augen sind dunkelbraun und die Krallen weiß.
Weitere Details könnt ihr hier nachlesen
http://www.zdrk.de/index.php?id=314
Bericht (Auszug) Wolfgang Elias, ZDRK-Referent für Öffentlichkeitsarbeit
